Hortensienträume

Von alten Schätzen...

Mit Gartenbuddelei auf Reisen...

Einblicke in die Niederländische Gartenkunst

Mein Gartenparadies

Aus meinem Herbstgarten

Sonntag, 17. Februar 2013

Eine Zeitreise

10 Jahre Gartenbuddelei - 6. Teil

Heute kommen wir zum letzten Teil meiner kleinen "Zeitreise".
Der hintere Gartenteil präsentierte sich vor zehn Jahren noch so:


Und hier könnt Ihr auch das ganze "Elend" erkennen, das sich ergibt, wenn man einen "eingewachsenen" Garten übernimmt. Zwar kann einem kein Nachbar in den Garten schauen, man selber wird aber fast von der dichten grünen "Wand" erdrückt. Alle Bäume drängen sich eng aneinander und scheinen auf einen zu zu kommen. Was kann man da tun? Ehrlich gesagt: Diese Frage beschäftigt mich wirklich seit zehn Jahren! Und ich habe bislang keine gute Antwort darauf gefunden. 

Fangen wir mal beim linken Teil der rückwärtigen Gartenansicht an, nämlich hier:




Hier habe ich im Laufe der Jahre durch die Umsetzung verschiedener Ideen eine für mich  akzeptable Lösung gefunden. Der riesige Rhododendronbusch flog nach einigen Jahren raus, vorne pflanzte ich einige Buchskugeln in Reihe. Tja, aber wie dann weiter? Die drückenden Büsche von hinten beschatten das ganze Beet im Laufe des Sommers auf eine Art und Weise, das hier nur wenige Pflanzenarten überleben. Der Boden ist schwer zu bearbeiten, alles ist verwurzelt, von hinten drängen die Unkräuter nach und alles sieht so "grün vor grün" aus.

Also ging ich hin und umpflanzte alles großzügig mit Dickmännchen. Zwei Hortensien rein und einige Zierlauchzwiebeln und zack - schon sah es so aus:


Auch nicht der Hit, oder? Also machte ich mich im vergangenen Jahr daran, die grüne Einheitsfläche irgendwie wieder zu unterbrechen. Ich grub fast alle Dickmännchen wieder aus - was für eine Plackerei! Dann ebnete ich eine kleine Fläche ein und ließ einen Platz für eine Sitzbank entstehen - eingerahmt von Weidenflechtzäunen und auf dem Boden eine Schicht aus Pinienmulch:


Im Hintergrund der Bank einige Hortensien, die im Schatten der großen Bäume recht gut gedeihen. Und dann noch der heißgeliebte Goldfelberich meines Mannes *lach*. So geht es fast, oder?


Aber immer noch stört mich dieses massive "Grün", das so auf einen einwirkt. In diesem Jahr plane ich, diese Wand nochmals zu unterbrechen. Gedacht habe ich hier an einen Staketenzaun, der den Blick auf sich zieht, die ganze Unkraut-Verwurzelungs-Ecke ein wenig kaschiert und dem Garten noch ein kleines Landhaus-Highlight verpasst. Wenn das geschafft ist, werde ich Euch auch den rechten Teil dieses Beetes zeigen.

Ihr seht, die Planungen sind nie wirklich abgeschlossen. Das Verändern eines bestehenden Gartens halte ich für ungleich schwerer, als aus einer unbepflanzten Fläche seinen Traumgarten entstehen zu lassen. In ihm könnte ich mich mit verschlungenen Wegen, sichtbegrenzenden Hecken, einem Gemüsegarten, einem Buchsgarten usw. austoben. Ein Garten eben, der nicht auf den ersten Blick zu überschauen ist! Der Überraschungen bietet und erstaunt. Der auch sonnige Bereiche hat und in denen bunte Sommerblumen gedeihen. So sieht mein persönlicher Traum aus - die Wirklichkeit aber ist eine andere: Die Wege sind vorgegeben, die Beete größtenteils auch. Die Randbepflanzung hat sich jemand anderes ausgedacht - und das vielleicht nicht so richtig gut. Was also tun? Alles platt machen wird man wohl eher nicht - die Kosten, die dadurch entstehen, sind immens und immer schwingt der Gedanke mit: Eigentlich ist ja auch alles da! 

Meine 10 gartenbuddelnden Jahre hier haben mich häufig vor große Schwierigkeiten gestellt, oft habe ich drei oder vier Anläufe gebraucht, bevor mir eine neu gestaltete Ecke wirklich gefallen hat. Viele Pflanzen sind gekommen und auch wieder gegangen, einfach weil sie nicht am richtigen Ort standen, weil sie mir dann doch nicht gefielen oder ich es einfach nicht besser wusste. Mein Mann meinte schon häufiger, unsere Pflanzen müssten eigentlich in Eimern mit Griffen in der Erde stecken, so oft wie ich umpflanze *lach*.

Warum ich Euch das alles erzähle? Weil ich Mut machen möchte: Mit viel Phantasie, Durchhaltevermögen und Kreativität gelingt es, sich auch aus einem alten eingewachsenen Garten seinen "kleinen" Traumgarten zu machen. Aber: Es dauert, man ist häufig enttäuscht und vieles wird dann eben doch anders, als man es sich vielleicht erträumt hat. Auch mein Garten ist ja nicht von heute auf morgen so geworden, wie er ist. Mein Mann hat auch häufig nur den Kopf geschüttelt, wenn ich in Hau-Ruck-Aktionen plötzlich neue Ideen umgesetzt habe, die natürlich immer "sofort" und "jetzt" erledigt werden mussten. 

Heute ist mein Garten fast überall so, dass er mir gefällt - am Rest wird gearbeitet ;-). Und trotzdem bleibt immer dieser kleine Gedanke im Hinterkopf, dass vielleicht - irgendwann einmal - mein Traumgarten aus einer großen (richtig großen - Ihr versteht?) unbepflanzten Fläche entsteht...Träume sind ja nicht verboten, oder?

Kommentare:

  1. Dein Garten ist einfach nur SCHÖN !
    Deine Posts machen mir Mut auch in unserem Garten immer vorwärts zu gehen....unser Garten ist ein schwieriges Stückchen...wenig Sonne, lehmige Erde....aber ich plane schon wieder...auch nach diesen schönen Bildern von deinem Garten!!!
    Liebe Sonntagsgrüsse Mia

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  2. Ich habe die letzten Post verfolgt und bin einfach überwältigt! Und ja, es hat mit Mut gemacht...doch noch eine praktikable Lösung für meine trocken-schattigen Bereiche zu finden...Vielen Dank für deine Einblicke! LG Lotta.

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  3. Danke, dass du an deiner Gartengeschichte teilhaben lässt!
    Ich finde deinen Garten sehr schön ( und da wundert frau sich schnell, dass du nicht zufrieden bist). Vielleicht kann ich dich beruhigen: Mit einem von Grund auf neu gestalteten Garten geht es einem genauso! Unser 300 qm Garten war vor 27 Jahren eine Einöde mit einem Hollerbusch & zwei Ruinen von Tannen- und Zwetschgenbaum. Ich konnte also richtig loslegen. Aber die Bedürfnisse ändern sich und somit der Garten. Also habe ich mit meinem Mann immer wieder geändert. Vor allem Bäume wachsen einem leicht über den Kopf ( wir haben damals gepflanzt: Süß- und Sauerkirsche, Magnolie ), bringen Schatten, allerdings auch Sichtschutz, der bei uns am Anfang überhaupt nicht gegeben war ( ist ein innerstädtischer Garten, bei dem einem die Nachbarn auf die Teller gucken können, wenn man auf der Terrasse sitzt ). Inzwischen genieße ich einfach nur die Möglichkeit, draußen zu sein und gucke mir nicht mehr alles so genau an. Zeit habe ich eh nicht, weil mein anderes Hobby so viel wichtiger geworden ist...
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

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  4. Ich kann Dir sagen, sooooo einfach ist es auch nicht, aus einer völlig unbepflanzten Fläche einen Garten zu gestalten!!! So ging es mir zumindest mit meinem neuen Garten am Haus! Dabei mussten noch 3 (!!!!) Kanaldeckel irgendwie mit eingebunden werden!
    Ich finde, Dir ist die Umgestaltung einfach perfekt gelungen! Und oft ist es so, dass man sich jahrelang den Kopf zermartert und überlegt, wie man die eine oder andere Ecke verändern könnte und plötzlich von heute auf morgen hat man DIE Idee!!!!!
    Bin übrigens auch so, dass eine neue Idee sofort und auf der Stelle umgesetzt werden muss!!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  5. Vielen Dank fürs zeigen! Dein Garten sieht wunderschön aus.
    LG
    Yvonne

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  6. Ach ja, mein Traumgarten hätte auch einige Quadratmeter mehr, als wir jetzt haben. Liegt irgendwo in Norwegen, in Küstennähe....

    Ich finde es traumhaft schön, was du in diesen 10 Jahren in eurem Garten alles verändert hast. Komme immer wieder gerne hier schauen, für mich ist es umso interessanter, da wir in etwa die gleiche Gartengrösse haben. Bin aber echt froh, dass unser vorheriger Hausbesitzer "nur" Gras und Thujahecken ums Haus hatte. So muss ich für die Erweiterung unseres Gartens einfach Wiese wegschaufeln :o)
    Liebe Grüsse
    Esti

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  7. Hallo,
    eine wunderschöne Zeitreise durch Deinen Garten. Mach weiter so mit Deinem Blog.
    Diese Berichte geben mir Mut, dass auch ich es noch schaffen werde meinen Garten so zu gestalten wie ich mir das vorstelle. Haben vor 2 Jahren ein Haus gekauft mit bestehendem Garten und was soll ich sagen; manchmal bin ich am verzweifeln..., aber Du hast mir nun wieder Mut gemacht für das bevorstehende Frühjahr.
    Gruß aus Bayern
    Angi

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  8. Und ich wünschte, ich hätte einen eingewachsenen Garten ...
    Wir haben neu gebaut und es sieht, bis auf zwei Beete und wenige Solitärgehölze, sehr karg aus. Auf dem Rest ist erst einmal Rasen eingesät.
    Kein Schatten, kein Sichtschutz. Mein Traumgarten wird sich erst in zehn bis fünfzehn Jahren zeigen.

    Die Veränderungen in Deinem eingewachsenen Garten gefallen mir sehr gut. Die Ecke mit der Bank sieht richtig gemütlich aus.
    Die würde ich mir auh für meinen Garten wünschen.

    Liebe Grüße und viel Spaß beim Planen,
    Vera

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  9. Hallo,

    vielen lieben Dank, dass Du uns an Deiner Zeitreise durch Deinen Garten geführt hast. Ich habe jeden Blogeintrag genau verfolgt und Du kannst Sir sicher sein, ich habe für meinen Garten viele Ideen von Dir in meinem Hinterkopf. Ich stehe schon in den Startlöchern und warte nur noch auf das richtige Wetter. ;-)

    Deine Garten ist einfach wunderschön. Hier fühlt man sich bestimmt sofort wohl.

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.
    LG Nicole

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  10. Wahnsinn ... toll wenn man die vorher und nachher Bilder vergleicht - was du da alles geschafft hast ...

    Ich wünsche dir noch viele schöne Ideen für deinen Garten ...
    Denn ich glaube es gibt immer ein paar Veränderung - ein Garten bleibt nie auf dem gleichen Ist-Stand ...

    Liebe Grüße
    Jutta

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  11. Hallo Anja!

    Ich habe mir nun alle Deine Berichte über die gestalterischen Veränderungen Deines Gartens angesehen und bin echt beeindruckt, wie gut es Dir gelungen ist, diesem "fremden" Garten im Laufe der Jahre immer mehr Deinen persönlichen Stempel aufzudrücken und ihn so zu Deinem Garten zu machen.

    Herzliche Grüße,
    Iris

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  12. Schade, dass deine Zeitreise jetzt schon vorbei ist, sie war so schön und ich habe mir ganz viele neue ideen mitgenommen, denn dein Garten ist wirklich ein Traum. Meiner ist auch nicht so, wie ich ihn gerne gehabt hätte, doch wenn du ihn mitten in einem Firmengelände hast und ringsum nur Lagerhallen sind, dann braucht man eine hohe Einfassung, um das alles etwas unsichtbar zu machen. Ihr habt in den 10 Jahren den Garten wunderschön verändert.
    GlG Christina

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  13. Als wir unser Haus vor sechs Jahren kauften, standen 5(!!) Nadelbäume nach dem nach Süden ausgerichteten Wohnzimmerfenster *schüttel*

    Da war ich rigoros, die wurden als allererstes entfernt...

    Nach wie vor - schön, Deine Zeitreise und ich freu mich auf weitere Entwicklungen!

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  14. Schade, das es zu Ende geht, aber sie haben sicher noch weitere Foto`s und schöne Berichte. Ich freu mich schon darauf.
    Herzl. Ilona!

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  15. Freut mich Dich gefunden zu haben... Einen schönen Abend wünsch ich Dir Judith

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  16. Hallo Anja, ich habe deinen Blog gefunden, und ich freue mich riesig darauf ! Deine Bildern sind wunderschön, und dein Garten traumhaft ! Ich habe mit viel Interresse alle Posts von der Zeitreise gelesen, und jetzt möchte ich in meinem Garten alles verändern ! Ich habe schon probiert draussen zu arbeiten ein bischen, aber es ist viel zu kalt !
    Liebe Grüsse aus Frankreich !

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