Donnerstag, 26. November 2020

Endlich - das Gewächshaus!

Puh, als Gärtner muss man ja manchmal wirklich viel Geduld mitbringen - also SEHR viel Geduld! Eine Tatsache, die mir sowieso schon nicht leicht fällt, aber in diesem Fall wurde mein Geduldsfaden wirklich sehr strapaziert *lach*. 

Aber fangen wir von vorne an: Unten seht Ihr den Vorher-Zustand am 1. Tag der Übernahme des Gartens. 
Ein altes, in die Jahre gekommenes Gewächshaus und dahinter (siehe Foto 2) ein riesiger selbstgebauter Komposter. Und jede Menge "Zeug". Schon seit Jahren träume ich von einem eigenen kleinen Gewächshaus - aber doch nicht von so einem! Zunächst haben wir überlegt, ob wir das alte Gewächshaus vielleicht überarbeiten könnten. Aber bei dem, was mir vorschwebte, hätten wir so viel Geld und Zeit investieren müssen, dass eine Neuanschaffung sinniger war.

Gott sei Dank gibt es aber für ein gebrauchtes, altes Gewächshaus in einer Schrebergartenanlage immer einen dankbaren Abnehmer - und so war es auch bei uns. Innerhalb kürzester Zeit war das alte Haus abgebaut und einige Gärten weitergezogen. Heute steht es dort wieder in alter Pracht und beherbergt im kommenden Jahr Gurken. Toll, oder?





Wenn es nur mit dem Komposter genauso einfach gewesen wäre *lach*. Ich erspare Euch alle Details. Der Abbau, Abtransport und die Weiterverwendung des nur zum Teil verrotteten Komposts würde Euch nur langweilen und uns zudem an viele langwierige und kraftraubende Stunden Arbeit erinnern. Was zudem im Boden unter dem alten Komposter an Müll zutage kam, möchtet Ihr gar nicht wissen...


Aber natürlich mussten neue Komposter her (in schwarz - selbstverständlich!) und auch der Rasen musste dran glauben (auch darüber bewahren wir besser Stillschweigen).

Dann hieß es warten, denn unser bereits Anfang Mai bestelltes Traum-Gewächshaus sollte LANGE auf sich warten lassen. Ob es nur an Corona lag, dass wir eine Odyssee durchmachen mussten, bevor das komplette Gewächshaus endlich ankam, können wir im Nachhinein gar nicht so genau sagen. Aber unsere Beziehung zu unserem Haus-und-Hof-Baumarkt, über den wir das Gewächshaus bestellt haben, hat in dieser Zeit arg gelitten *lach*.


 
Nun war aber die Fläche endlich freigelegt und es konnte an den Aufbau gehen. Das Stahlfundament wurde mit Beton im Boden verankert, der Aufbau des Rahmens konnte beginnen. Wie Ihr seht - das Gewächshaus ist schwarz - Ihr habt sicherlich nichts anderes erwartet, oder? Außerdem haben wir uns für eine etwas ungewöhnliche Form entschieden, denn die leicht orientalisch anmutende Dachform lässt eine große Kopffreiheit zu. Mein Schatz hat den Aufbau an einem seiner freien Tage ganz alleine bewerkstelligt - gar nicht so einfach, wenn man die großen Teile alleine miteinander verbinden muss.


Hier stand es nun: das Gerippe.  Nun galt es noch, insgesamt 60 Glasscheiben einzusetzen - und tatsächlich waren auch alle 60 Scheiben unversehrt im Paket. Ich hatte da mit schlimmen Entdeckungen gerechnet...


Die gebogenen "Scheiben" sind natürlich nicht aus Glas, sondern aus Plexiglas und ließen sich relativ einfach in die vorgegebene Form biegen. Warum die Firma allerdings ihren Firmennamen auf wirklich jede Glasscheibe drucken musste - und das auch noch in weiß - verstehe ich tatsächlich nicht. Aber gut, so ist es halt :-).


Da wir das Gewächshaus nicht zum Anbau von Gurken oder Tomaten nutzen wollen, haben wir uns innen für einen Belag mit Marmorkies entschieden und außen für einen Bereich mit Splitt, damit bei Regen nicht immer die Erde an die Glasscheiben spritzt.


In der eigentlichen Gartenplanung war vorgesehen, dass das Gewächshaus einfach auf dem Rasen steht. Als wir nun aber alles so vor uns sahen, haben wir uns entschlossen, das Ganze in ein hübsch bepflanztes Beet einzubetten und alles mit einer Hecke einzufassen. Wie Ihr wisst, bin ich ja durch meinen vorherigen Garten ein wenig buchs-geschädigt *lach*. Wir haben uns also für Ilex crenata entschieden, damit mir wenigstens der Zünsler in Zukunft erspart bleibt. Die weitere Bepflanzung ist für kommendes Frühjahr geplant.




Insgesamt wurden in diesem Bereich über zwei Tonnen Splitt, Marmorkies, Gehwegplatten, Rasenkantensteine und Sand verbaut.

In der ehemaligen "Rumpelecke" ist so ein hübscher kleiner Bereich entstanden, in dem ich mich sicherlich in Zukunft viel aufhalten werde. Vor dem Gewächshaus steht eine Reneklode, die hoffentlich in den nächsten Jahren noch für ein bisschen Schatten sorgen wird.


Und damit wir trockenen Fußes an die Komposter kommen können, hat mein Schatz auch noch einen wunderbaren Weg verlegt. Gut, wenn man einen geschickten Handwerker im Haus hat...


Für die Inneneinrichtung haben wir uns für zwei Werkbänke vom blauen Möbelschweden entschieden. Sie sind sehr robust und passen optisch perfekt in das Gewächshaus. Die Schattierungs-Rollos habe ich im Internet bei einem anderen Anbieter entdeckt. Sie passen hervorragend von der Größe und lassen sich einfach mit Saugnäpfen an den Scheiben befestigen. Vom Hersteller des Gewächshauses gab es nur weißes Schattiergewebe zum Selber-Zuschneiden. Hmmm, weiß hätte ich hier wirklich seltsam gefunden...




Auch einen Stuhl mit einem kleinen Tisch gibt es. Wir haben uns aber dazu entschieden, noch einen zweiten Stuhl zu kaufen, damit wir auch zusammen dort mal einen Kaffee trinken können :-).




Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit unserem Gewächshaus und freuen uns schon riesig, wenn es im kommenden Frühjahr mit der Anzucht von Sommerblumen losgehen kann. Bis dahin werden wir aber sicherlich die Winterzeit mit einer kleinen Gartenauszeit genießen, damit wir dann im kommenden Frühjahr voller Frische an den Komplett-Umbau der Laube gehen können.