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Mein Gartenparadies

Aus meinem Herbstgarten

Sonntag, 30. April 2017

Lebendige Fundstücke


Im Moment mag ich ja fast keine Fotos und Geschichten aus meinem Garten erzählen - einfach weil ich weiß, dass bei so vielen von Euch im Moment totaler Notstand aufgrund von Schnee und Frost in Euren Gärten besteht *seufz*.  Bei uns hat der Frost in der vergangenen Woche natürlich auch zugeschlagen  - wir waren leider in diesen Tagen verreist, so dass ich keinen Frostschutz anbringen konnte. Meine Hortensien - schon wunderschön ausgeschlagen mit vielen, vielen Blütenansätzen - hat es leider arg erwischt. Mal abwarten, ob es überhaupt Blüten geben wird in diesem Jahr.

Das alles ist aber natürlich Jammern auf hohem Niveau - wenn ich mir auf Instagram und Co. teilweise Eure tollen Gärten ansehe, die unter dicken Schneedecken vergraben liegen - abgebrochene Äste, Frostschäden etc. inklusive. Ich hoffe und drücke Euch die Daumen, dass nicht allzu viel kaputt gegangen ist und Ihr trotzdem noch Eure Gärten in diesem Jahr genießen könnt.

Bei uns ist die Temperatur inzwischen etwas angestiegen, so dass wir wenigstens nachts keine Fröste mehr zu befürchten haben. Das war auch der Grund, warum ich es gestern gewagt habe, meine Töpfe und Kübel mit Sommerblühern zu bestücken. Eine Aufgabe, die mir immer viel Freude bereitet.

Heute möchte ich Euch nur kurz zeigen, was ich beim Neubepflanzen meines großen Weidenkorbes entdeckt habe, als ich diesen umgedreht habe. Schaut mal, was ich am Rand des Korbes entdeckt habe. Und zwar an einer Stelle, die vorher im Schatten lag:



Nun könnte ich natürlich groß rumtönen, dass das ein Lindenschwärmer ist und Ihr würdet denken: Meine Güte, hat die aber eine Ahnung auf dem Gebiet *lach*. Tatsache war aber, dass ich ganz aufgeregt ins Haus gelaufen bin - das Ding ist nämlich wirklich GROSS! - und habe meinem Mann von "so einem riesigen Falter in Tarnfarbe" erzählt (und sind wir doch mal ehrlich - der sieht doch wirklich so aus, als würde er bei der Bundeswehr arbeiten, oder? *lach*). Auf meine Frage, was das denn um Himmels willen wohl für ein Tier sein könnte, meinte mein Mann: Gibt doch bei Google mal "Falter in Tarnfarbe" ein. Und tatsächlich fand ich mit dieser Beschreibung tatsächlich mein seltenes Fundstück: Den Lindenschwärmer - TADAAAA!

Und damit wir alle etwas klüger sind, erzähle ich Euch noch schnell ein wenig, was ich über diesen zwischen 6 und 8 cm breiten (!) Falter in Erfahrung bringen  konnte:

Der Lindenschwärmer (Mimas tiliae) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae). Die Raupen des Lindenschwärmers fressen die Blätter verschiedener Laubbäume, die Falter nehmen keine Nahrung mehr auf. Die mittelgroße Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und häufig.

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 60 bis 80 Millimetern. Obwohl die Färbung der Tiere sehr variabel ist und sich auch Männchen und Weibchen unterscheiden, ist die Art in ihrem Verbreitungsgebiet unverwechselbar. Wie bei allen Arten dieser Gattung ist der Vorderflügelaußenrand gewellt, ebenso ist der Saugrüssel sehr kurz und zurückgebildet. Die Grundfarbe der Tiere ist fuchsrot, braun, grau, gelb oder grün. Die Vorderflügel der Weibchen sind meist bräunlich, die der Männchen gehen deutlich ins Grünliche. Der Hinterleib der Weibchen hat gerade Seitenränder und ist sehr dick, da die meisten Eier bereits nach dem Schlüpfen aus der Puppe voll entwickelt sind. Der Hinterleib der Männchen ist dagegen schlanker und deutlich nach oben gekrümmt. Die Musterung der Flügel ist ebenfalls sehr variabel. Die breite, mittig über den Vorderflügel laufende dunkle Binde kann durchgezogen, unterbrochen oder komplett fehlend sein.

Der Lindenschwärmer kommt in Mittel- und Südeuropa, im Norden und Westen der Türkei östlich über Transkaukasien, Dagestan, Aserbaidschan und den Norden des Iran bis in den Westen Sibiriens vor. In den Alpen kommen die Falter bis in etwa 1500 Meter Seehöhe vor.

Die Falter halten sich nur sehr selten weit entfernt von Laubwäldern auf, wo sie lichte Flusstäler mit reichen Beständen an Linden und Ulmen bevorzugen. Man findet sie aber, insbesondere in Mitteleuropa, auch in Gärten und Plantagen mit Kirschbäumen und in Alleen und Parks, auch in Städten. 

Die Falter schlüpfen morgens und ruhen sich zunächst an den Ästen der Nahrungspflanzen aus, um ihre Flügel voll zu entfalten. Danach fliegen die meisten Falter in das Blattwerk, zwischen dem auch die Paarung stattfindet. Wie bei Schwärmern üblich ist dabei das Männchen mit dem Körper in entgegengesetzter Richtung am Hinterleib des Weibchens angekoppelt. Die Paarung kann bis zu 20 Stunden dauern, anschließend lässt sich das Männchen auf den Boden fallen und fliegt bei Sonnenuntergang davon. Das Weibchen fliegt kurz nach Sonnenuntergang und beginnt sofort mit der Eiablage. Die Falter fliegen nur für kurze Zeit, sodass sie etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang kaum noch beobachtet werden können. Wegen ihres zurückgebildeten Saugrüssels können sie keine Nahrung aufnehmen und fliegen daher keine Blüten an. Männchen werden stark durch Lichtquellen und unbegattete Weibchen angelockt.

Na, seid Ihr jetzt klüger? Ich jedenfalls bin ganz baff, diesen beeindruckenden Falter bei uns entdeckt zu haben - vielleicht liegt es ja an unserem Kirschbaum? Heute morgen war er jedenfalls verschwunden...

Kommentare:

  1. Ui, das ist ja mal ein besonderes Exemplar! Was meinst Du - ist das ein Männchen oder ein Weibchen? Ich würde auf Männchen tippen - scheint mir doch eher ins Grüne zu gehen als ins Braune! Vielleicht schaut er ja nochmal bei Euch vorbei!!

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  2. Als Modebloggerin würde ich doch mal sagen, dass es ein ganz trendiger Falter ist. Camouflage liegt nämlich zur Zeit groß im Trend ;-). Im Ernst, ich finde es toll, dass Du den Falter entdeckt hast. Ich habe vorher noch nie etwas von ihm gehört.
    Einen schönen ersten Mai wünsche ich Dir.
    LG
    Ari

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  3. Liebe Anja,
    nach einer langen Renovierungsphase habe ich eeendlich wieder Muße zum Kommentieren. Ich finde es sehr sympathisch, wie Du Deinen Post beginnst! Jeder, der seinen Garten liebt, kann sehr gut nachvollziehen, wie man sich fühlen mag, wenn vieles im Garten dem Frost zum Opfer gefallen ist. Bei mir sind es glücklicherweise auch nur die Bauernhortensien. Selbst die neuen Rispenhortensien, die schon weit ausgetrieben hatten, sehen noch gut aus.
    Nun wünsche ich Dir einen schönen Start in einen hoffentlich sonnigen Mai.
    Herzlichst
    Regina

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  4. Ja Hammer! So einen Bundeswehr-Falter habe ich noch nie gesehen.
    LG Sabine

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