Donnerstag, 18. September 2014

Herbstgeflüster

Ich genieße die Herbstzeit immer sehr - das Licht wird weicher und fällt so schön gefiltert durch die Äste der Bäume, die morgendliche Luft ist klar und wabernde Nebelschwaden hüllen die Landschaft oft in ein mystisches Gewand.


Viele Blätter sind schon gelb verfärbt oder sogar schon herabgefallen, die Blüten der Hortensien haben bereits ihren herrlich müden Farbton angenommen und überall leuchten einem dicke, rote Hagebutten entgegen.


Ich liebe das Septembergelb,
Den Morgentau auf Spinnenfäden,
Der kurzen Tage stummes Reden,
Das Blatt, das nichts am Baum mehr hält
Der Krähe Ruf, das Stoppelfeld -
Mehr als des Frühlings Drang und Hast
Ist es der Herbst, der zu mir paßt.

Alex. Smith.



Seit einiger Zeit gehe ich morgens joggen (ja, lacht nur, man wird halt nicht jünger!). Es ist zu schön, all die herbstlichen Eindrücke in der Natur frühmorgens genießen zu können. Es gibt allerdings etwas, was mir dabei derzeit wirklich schwerfällt: Auf meiner Joggingstrecke komme ich an vielen, riesigen Kastanienbäumen vorbei, unter deren großen Blätterschirmen viele wunderschöne, glänzende Kastanien auf dem Boden liegen. Normalerweise würde ich sie mir händeweise in die Taschen stopfen (natürlich!) - ist so ein Reflex. Aber habt Ihr das schon mal beim Joggen versucht *lach*.  Sehr schwierig - und so muss ich all die schönen Früchtchen liegen lassen *grummel*.


Auch im Garten ist es schon sehr herbstlich geworden. In den vergangenen Jahren habe ich gerade diese Zeit in meinem Garten immer sehr genossen. In diesem Jahr ist mir jedoch leider die Lust auf meinen Garten ein wenig abhanden gekommen. Ihr erinnert Euch sicherlich an den radikalen Baumschnitt vor einigen Wochen?


Seit dieser Zeit bin ich nicht mehr so häufig  in meinem Garten - alles ist irgendwie so fremd, viel heller als sonst und der Kirschbaum schaut schon sehr traurig aus, wie er seine fast kahlen Äste da so in den Himmel streckt. Ein Anblick, der mir jedesmal fast das Herz zerreißt. Mir fehlen seine tiefhängenden Zweige schon sehr...


Es ist im Moment einfach nicht mehr so wirklich "mein" Garten - besser kann ich dieses Gefühl nicht beschreiben. Ich hoffe sehr, dass sich dieses fremde Gefühl spätestens im nächsten Frühjahr wieder legt, wenn alles wieder austreibt und ein neues Gartenjahr beginnt.



Bevor es jetzt hier aber zu traurig wird, mache ich lieber Schluss und lasse Euch noch ein paar Fotos vom Garten da. Man muss ja nicht unbedingt die traurigen Ecken fotografieren...



Selbst die Glockenblumen haben sich noch mal aufgerafft....


Ich wünsche Euch schöne Herbsttage - und denkt dran: Das Wochenende steht schon vor der Tür - und mit ihm eine schöne Herbstverlosung...

Dienstag, 16. September 2014

Freilichtmuseum Kommern

Im Moment ist echt einiges los ... der Wechsel meines Sohnes in die weiterführende Schule, Arbeit, etc. Ihr kennt das ja sicherlich - da bleibt es dann im Blog halt einfach mal ruhiger *seufz*. Damit Ihr hier aber nicht denkt, die Rolläden sind runtergelassen und es gibt so gar nichts Neues von mir, habe ich Euch einige schöne Fotos von einem Ausflug mitgebracht, den wir in den Sommerferien unternommen haben. 

Wir waren nämlich im Freilichtmuseum Kommern in Mechernich. Ein wunderschönes Areal, das auf 9 ha eine große Anzahl von historischen Gebäuden bietet, die es zu erkunden gilt. In derzeit 65 historischen Gebäuden aus der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, in Bauernhöfen, Wind- und Wassermühlen, Werkstätten, Gemeinschaftsbauten wie Schul- und Backhaus, Tanzsaal und Kapelle könnt Ihr die "gute, alte Zeit" erleben. Ein tolles Erlebnis für Jung und Alt!


Die Baudenkmäler sind eingebettet in eine Museumslandschaft mit Äckern, Bauerngärten und Obstwiesen und machen so richtig Lust auf einen gemütlichen Spaziergang mit Kind und Kegel.



Besonders die alten Bauerngärten hatten es mir natürlich angetan - das könnt Ihr Euch ja denken *lach*.



Bereits im Herbst 1958 haben die ersten Arbeiten im Freilichtmuseum Kommern begonnen und bis heute sind auf dem riesigen Gelände eine erstaunliche Vielzahl an sehenswerten Gebäuden wieder aufgebaut worden.


Wenn Ihr einen Besuch dort einplant, solltet Ihr Euch ruhig einen ganzen Tag Zeit dafür nehmen, es gibt - gerade auch für Kinder - soooo viel zu entdecken.....




Ich liebe ja sowieso Fachwerkhäuser. Und diese hier sind einfach zauberhaft eingerichtet, man fühlt sich so richtig zurückversetzt in eine Zeit, in der es keinen Strom gab und in der die Menschen nicht ständig mit ihrem Ipad vor der Nase da saßen.


Ob ich allerdings tauschen möchte, lasse ich mal dahingestellt *lach*.


Dieses hochherrschaftliche Haus da oben hatte es mir ja ganz besonders angetan! Ist das nicht ein herrlicher Anblick?


Viele der kleinen Bauerngärten, die an den alten Häusern liegen, werden hier von Grundschulklassen betreut und gepflegt. Eine schöne Idee, finde ich.



So, nun geht es hier aber hoffentlich ganz bald auch mal wieder mit neuem Elan weiter! Ich habe eine tolle Verlosung für Euch vorbereitet, die ganz perfekt in die herbstliche Zeit passt und Eure Gärtnerherzen sicher höher schlagen lassen wird. Ihr dürft gespannt sein....

Samstag, 6. September 2014

Erinnerungen bleiben...


Damit mir auch im kommenden Winter noch Erinnerungen an den vergangenen herrlichen Sommer bleiben, habe ich einige Blütenstände meiner Hortensien zum Trocknen aufgehängt.



Sehr malerisch sehen sie aus, wie sie da so in dicken, bauschigen Bündeln an unserer Terrasse hängen und leise bei jedem Windstoß rascheln.



Erinnerungen
sind Wärmflaschen fürs Herz.

Rudolf Fernau (1898 - 1985), dt. Schauspieler


Ich wünsche Euch ein wundervolles Herbstwochenende!

Dienstag, 2. September 2014

Besuch in fremden Gärten ... Teil 5

Ich bin Euch noch einen letzten Garten schuldig, den ich zusammen mit meinen Eltern an einem Sonntag im Juni besichtigt habe. Hier, hier, hier und hier habe ich Euch ja schon von den anderen tollen Gärten erzählt, die wir uns an nur einem Tag im Rahmen einer örtlichen Gartentour angesehen haben.

Heute kommen wir zu einem ganz besonderen Garten. Besonders deshalb, weil ich ihn zuerst - ich bin ganz ehrlich - gar nicht fotografieren wollte! Als wir in diesem Garten ankamen, waren sehr viele Besucher dort und auf den allerersten Blick dachte ich: Ach, ganz nett, aber auch nicht wirklich aufregend. Je weiter ich mich aber in den Garten hineinwagte, umso mehr änderte sich meine Meinung. Bis.... ja bis ich in der hintersten Ecke in ein kleines Gewächshaus trat.

Und dort sah ich etwas, das mir im ersten Moment ein bisschen die Sprache verschlug! Meine Mutter und ich warfen uns einen überraschten Blick zu, denn hier hatte jemand mit viel Liebe und Hingabe - das war auf den ersten Blick zu erkennen - eine kleine, für sich abgeschlossene Berglandschaft erschaffen. Lauter alpine Gewächse, die hier ganz liebevoll zusammengestellt waren.




Und zu diesem Zeitpunkt holte ich auch meine Kamera aus der Tasche, um Euch doch noch Fotos von diesem ganz besonderen Ort zu machen. Plötzlich kam nämlich die Sonne an diesem sonst recht trübsinnigen Tag durch und der Garten war plötzlich wie verwandelt!


Ganz unerwartet fand ich mich im eigentlich schönsten Garten dieses Tages wieder. Und wisst Ihr auch warum? Weil dieser Garten die grüne Oase eines Mannes ist, der weit über 80 Jahre alt ist und der dieses grüne Paradies ganz alleine und mit viel Hingabe und Liebe gestaltet und lebt.




Plötzlich waren die etwas alt anmutenden Wege, baulichen Elemente und die in die Jahre gekommene Dekoration eine charmante Offenbarung. Selten hat mich ein Garten - und auch sein Gärtner - so bewegt. Ein freundlicher Gärtner übrigens (sind nicht alle Gärtner nett?), der alle Besucherfragen geduldig beantwortete und sich darüber freute, dass so viele Besucher in seinen kleinen Garten gefunden hatten.



Wie viele Stunden er hier wohl jeden Tag verbringt - ganz mit sich selbst und seiner grünen Oase im Einklang?


Vom Ende des Gartens hat man eine wunderbare Sicht auf Felder und Bäume ... eine unvergleichlich schöne Atmosphäre.




In diesem Garten spürte man die ganze Hingabe und Leidenschaft seines Gärtners.



Natürlich habe ich ihn gefragt, ob ich Euch Fotos aus seinem Garten zeigen darf. Und nachdem ich ihm erklärt hatte, was denn nun ein Blog sei und wieso so etwas im Internet steht *lach*, hat er sich sehr gefreut und mir die Erlaubnis gegeben, Euch an seinem Gartenglück teilhaben zu lassen.



Dieser Garten war für mich wie eine Reise in die Vergangenheit - er erinnerte mich ein wenig an den Garten meiner Oma, als diese noch mit viel Hingabe ihre Stauden pflegte und ich erste Erfahrungen mit Blüten, Büschen und Sträuchern machte.


Wie schön, so etwas erleben zu dürfen....