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Dienstag, 10. April 2018

Es geht schon wieder los - die ersten Zünslerraupen sind da - was kann man tun?


Kaum hat man sich ein wenig an die Sonne, die Gartenarbeit und die blühende Pracht gewöhnt, schon gibt es auch bei den Buchsbaumzünslern die ersten begeisterten Nachwuchsraupen! Als hätten sie nichts Besseres zu tun, als uns um den Verstand zu bringen!

Dieses Foto (siehe unten) bekam ich heute von einer lieben Bekannten geschickt, die heute die ersten kleinen Buchsbaumzünslerraupen in ihren Pflanzen entdeckt hat! Grund genug, auch bei mir direkt einen Kontrollgang durchzuführen und zu schauen, ob es bei mir auch schon wieder losgeht... *seufz*.


Eine erste genauere Untersuchung hat - Gott sei Dank - nichts ergeben, aber wir wissen ja alle: Wer die Zünsler im letzten Jahr hatte, wird auch in diesem Jahr nicht von ihnen verschont werden... Nun hatte ich aber in der letzten Ausgabe der "Mein schöner Garten" von einem neuen Geheimtipp gelesen, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Darin beschreiben die bekannten Gärtner Manfred Lucenz und Klaus Bender, dass sie seit Jahren sehr großen Erfolg mit dem Einsatz von Algenkalk haben. 



Diesen habe ich mir daraufhin vor gut zwei Wochen besorgt und hatte den großen Sack vorbeugend im Gartenschuppen geparkt. Nach der Hiobsbotschaft meiner Bekannten hieß es nun: hervor mit dem Algenkalk und alle Buchsbaumpflanzen und -hecken großzügig damit bestreuen!


Nun sieht es in meinem Garten zwar aus, als wenn der Winter erneut Einzug gehalten hätte *lach*, aber was soll's? Wenns hilft...


Aber wie genau soll denn der Algenkalk nun helfen? Die beiden bekannten Gärtner testen den Algenkalk schon seit einigen Jahren und haben sehr guten Erfolg bei der Behandlung des Buchsbaum-Pilzes und auch des Buchsbaumkrebses damit erzielt. Sie bestäuben Ende April/Anfang Mai ihre Buchsbaumpflanzen mit dem Algenkalk. Dieser bildet einen feinen Kalkbelag auf den Blättern und wird bei Regen dann in das Innere der Pflanzen eingewaschen. Ihnen fiel auf, dass die Bätter nach der Behandlung besonders dunkel und grün aussahen. Der Pilz scheint den Kalkbelag nicht zu mögen und stoppt bei einem Neubefall vor dem Kalkbelag. Sollte man dennoch einen Neubefall bemerken, sollte sofort nachgekalkt werden. 


Im vergangenen Sommer haben die beiden dann bemerkt, dass der Algenkalk wohl auch gegen den Befall des Buchsbaumzünslers hilft, denn die mit Kalk belegten Blätter verhindern wohl ein Aufwachsen der Raupen. Ich habe jetzt jedenfalls - neben den regelmäßigen Spritzungen mit Siapton und weiteren Stärkungsmitteln, nun auch zum Algenkalk gegriffen und werde mal abwarten, wie sich der Buchs damit entwickelt. Lucenz und Bender berichten, dass sogar ihre total verkahlten Buchsgerippe durch diese Behandlung inzwischen wieder voll ausgeschlagen und gesund sind.  Ein wenig Geduld muss man aber wohl haben, denn ihre positiven Ergebnisse haben sich dauerhaft erst nach drei Jahren eingestellt. Nun ja, ich werde auf jeden Fall mein Glück versuchen und Euch hier auf dem Laufenden halten! 

Lucenz und Bender sind übrigens in den letzten Jahren dazu übergegangen, den Buchs nicht im Frühjahr/Sommer zu schneiden, sondern im Spätwinter (Februar/März). Dadurch lässt sich der Befall mit dem Buchsbaumpilz wohl verhindern, der bei diesen niedrigen Temperaturen noch nicht aktiv ist.

Was meint Ihr? Lohnt sich ein Versuch, oder seid Ihr inzwischen schon völlig buchsfrei in Euren Gärten?

Kommentare:

  1. Oh nein! Ich denke, einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Viel Buchs habe ich allerdings nicht mehr!
    Achtung... mein Blog ist jetzt unter www.margeranium.de erreichbar!
    Viele Grüße von Margit

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  2. Liebe Anja,
    wir haben uns letztes Jahr schweren Herzen vom Buchs verabschiedet. Nun bin ich froh, dass ich mir darüber keine Gedanken mehr machen muss. Ich hoffe, du hast gute Erfolge mit dem Algenkalk auch wenn ich mir nicht erklären kann, wie er wirkt. Deinen Buchsknoten aufgeben zu müssen, wäre echt eine Katastrophe.
    Ich wünsche dir viel Glück beim Kampf gegen den Buchsbaumzünsler.
    LG und eine gute Woche.
    Melanie

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  3. Hallo Anja,
    ich habe den Artikel auch gelesen. Aber auch im aktuellen Buch der Beiden(welches ganz wunderbar ist),ist die Algenkalkmethode beschrieben.
    Ich drücke die Daumen,dass Dein Buchs halbwegs verschont bleibt.
    Viele liebe Grüße
    Wiebke

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  4. Hallo Anja, das hört sich alles sehr interessant an! Ich habe mich vor drei Jahren von meiner geliebten Buchshecke und den vielen selbst gezogenen und schon alten und großen Buchskugeln schweren Herzens getrennt. Mich hat es jedes Mal sehr getroffen wenn der Zünsler ganze Löcher hineingefressen hat und ich mit dem Spritzen nicht nachgekommen bin. Jetzt hat der Garten ein ganz anderes Bild aber ist auch wieder wunderschön und ich habe mich an die Abwesenheit des Buchses gewöhnt. Mit Eibe, Ilex und Bloombux habe ich ganz tolle Alternativen gefunden, die nun den Stauden ein bisschen Struktur geben. Ganz liebe Grüße Dir von Tini

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  5. Hallo Anja,
    auch das Rosenzentrum Westmünsterland der Familie Dahlke empfiehlt die von Dir beschriebene Vorgehensweise.. Meine Buchsbäume sehen daher ebenfalls überpudert aus. Hoffen wir mal, dass es hilft..
    LG aus dem Westmünsterland
    Elke

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  6. Ich bin buchsfrei und habe es bis jetzt nicht bereut. Es gibt ja einige sehr hübsche Alternativen. Außerdem war ich sowieso die Schneiderei leid. Geld gebe ich nur aus, wenn ich neue Pflanzen kaufe. Und die müssen es dann auch so schaffen. Ich halte sie gerne manuell unkrautfrei, aber dass ich jetzt für jedes Pflänzchen ein Mittelchen kaufe, das geht nicht. Nach mittlerweile 15 Jahren Garten, habe ich festgestellt, welche Pflanzen für meine Region und mein Klima geeignet sind. Mein Garten hat beinahe 5000 m2, da muss die Pflanze sobald sie in der Erde ist, so gut wie alleine klar kommen.
    Ich wünsche dir auf alle Fälle viel Erfolg!
    LG Petra

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  7. hallo anja,
    mein garten (incl. nachbargärten) wurde bislang gottseidank vom zünsler verschont.
    ich kenne aber gartenbesitzer im rhein-maingebiet, die entnervt alle buchsbäume ausgerissen haben.
    und freunde in darmstadt müssen mit gift ran, zumindest hatten sie dadurch noch keinen totalausfall.
    aber danke für den tip, denn man weis ja nie, wann es auch hier die region befällt.
    viel erfolg mit dem algenkalk.

    gruss hanna

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  8. Hallo Anja,
    vielen Dank für den Tipp ♥ Mal schauen, wo ich den Algenkalk bekomme. Lieber einen bepuderten Buchs als einen kahlen . . . LG und - ich werde berichten!

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  9. Hallo Anja,
    ich habe hauptsächlich mit dem Pilz zu kämpfen und nur ein Buchskegel im Topf hatte letztes Jahr den Zünsler.
    Ich hoffe, ich war schnell genug und habe ihn sofort entsorgt.
    Am Wochenende startet meine Siapton Behandlung wieder, ich habe also noch nicht aufgegeben..
    Ich habe riesige Kugeln und auch mehrere Hecken, es wäre echt zu schade..
    Ich hatte vom Kalk auch gelesen und werde es einfach probieren.
    Wär schön wenns was bringt,
    LG und danke fürs dran erinnern,
    Andrea

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  10. Danke für den Tipp, du Liebe. Ich denke, der Versuch lohnt sich allemal und ich werde mir morgen Algenkalk besorgen. Ich habe auch damit begonnen, zumindest einen Teil des Buchs früher zu schneiden als gewohnt. Keine Ahnung, ob es etwas geholfen hat, ich denke mir nur, ein paar Blätter mit Zünslereiern weniger sind gut.
    Noch einmal vielen Dank für den Tipp und einen dicken Drücker
    Elisabeth

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  11. Hallo Anja! Das ist ja mal ein tolle Tipp. Ich hatte letztes Jahr den Zünsler und erfolgreich bekämpft. Aber Vorsorge ist besser als Nachsorge. Sag mal Anja, wie machst du das mit dem neuen Datenschutzgestz das bald in Kraft tritt? Hast du schon Ideen dafür? LG Debby

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    1. Liebe Debby, autsch, dass mit dem Datenschutzgesetz ist wirklich eine schlimme Sache *seufz*. Derzeit bin ich da auch noch ganz unschlüssig. Habe mir bei erecht24 einen Datenschutz-Text aufbereiten lassen, den ich schon mal eingefügt habe. Aber ob das reicht? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht schauen wir mal bei den "großen" Bloggern vorbei, wie die das so handhaben...?
      Liebe Grüße
      Anja

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  12. Diesen Tipp werde ich mir merken und bei Bedarf auch anwenden.
    Grüße von Ilona

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  13. Liebe Anja , bin seit langer Zeit eine stille Leserin von Ihren wunderschönen Blog und freue mich immer über Ihre tollen Gartentipps .Habe eine Frage zu dem Algenkalk ist dieser schädlich für Haustiere? Ich habe einen alten kranken Hund daheim deshalb meine Frage. Vielen Dank im voraus für ihre Antwort und machen sie weiter so mit ihren wunderschönen Blog. Viele liebe Grüße aus Niederbayern von Andrea T.

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    1. Liebe Andrea, ich habe gerade mal auf der Packung nachgesehen: Ich kann dort keine Gründe entdecken, die gegen eine Behandlung mit Algenkalk sprechen sollte, wenn man Haustiere hält. Im Gegenteil, das Mittel ist für den Einsatz im biologischen Garten- und Landschaftsbau geeignet. Da dürften eigentlich keine Probleme auftreten. Es wirkt übrigens wirklich gut, im Gegensatz zu meinen Nachbarn habe ich lediglich drei Zünslerraupen entdeckt.... Liebe Grüße Anja

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